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Zurück auf der Dorfstraße, finden wir nach etwa zehn Meter in nordöstlicher Richtung, zur linken Hand, die Auffahrt zu dem Grundstück von Stellmachermeister Friedrich Polleit. Seine Schwester Johanne führt ihm die Wirtschaft.

 

Da er schon im Rentenalter ist arbeitet er nur noch "...nach Bedarf und bei Gelegenheit", (so seine Worte). Hinter dem Zweiflügeltor zur Werkstatt zeigt sich eine Einrichtung die mit allen Spezialmaschinen und Geräten für den Wagenbau ausge­rüstet ist, und alles befindet sich in bestens gepflegtem Zustand.

 

Sein persönliches Markenzeichen: Unter einem leicht verbeulten und verwitterten Filzhut schauen leicht gekniffen, zwei verschmitzt blinzelnde Augen ihr Gegenüber an, und unwillkürlich kommt einem der Gedanke: "Na - was hat Er wohl im Sinn?" 

 

Ich sollte ich es erfahren: Im Rahmen des Werk­unterrichtes, in der Schule, baue ich mit einem Mitschüler ein Modellsegelboot. Als Helgen ist ein, entsprechend der Bodenform des Schiffes, geschnittenes Vierkantholz vom Profil 10cm x 10cm, und etwa 1m Länge erforderlich. Mit Sicherheit nichts für die Laubsäge, aber bei Meister Polleit in der Werkstatt steht ja eine Bandsäge, das ideale Gerät für solche Auf­gabe. Es ist Ende Juni, kurz vor den Sommerferien. Um etwa zwei Uhr nachmittags stehe ich dem Meister gegenüber und trage mein Anliegen vor. Dabei blicke ich in die oben beschriebenen Augen und: "Ja das könnte was werden, aber unten auf der Wiese liegt mein Heu, fertig zum reinholen. Es wird Regen geben, da geht das Heu vor, und ich bin ja alt und kann nich' so schnell, da habe ich bis zum Abend zu tun, es sei denn du spannst den Braunen an, holst das Heu rein und ich schneid' in der Zeit deine Helgen zu. Was meinst du dazu?" Das ist typisch unser Meister Polleit. Die Sonne steht am Horizont als ich mit zwei Helgen unter dem Arm nach Hause gehe und das Heu des Meisters liegt auf seinem Stallboden.

 

Am 10.02.1945 stirbt Friedrich Polleit in Geidau und wird auf unserem Friedhof beerdigt. Seine Schwester Johanne stirbt im März 1945 in Palmnicken und wird auch dort beerdigt.

 

 

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